Wunder

Alles tut weh, wenn es nicht gerade Freude bereitet. Jeder Impuls in dir, der – legen wir kurz fest, dass du über einen außerordentlich facettierten, emotionalen Spiegel verfügst, wenn auch, im Sinne einer Ablation, nicht ganz integer, und Stumpfsinn zur Beschreibung deines Wesens akkurater wäre, als von Reichtum zu sprechen – Atemluft verbraucht, ist ein Ankämpfen gegen Widerstände, um dich herum, in dir. Irgendwann war es soweit und du warst plötzlich auf der Welt und nichts Anderes wolltest du, als wieder in den warmen Mutterbauch zu klettern, aus dem du gewaltsam gestohlen wurdest. Du schriest erbärmlich, doch es gab keinen Kummer, der dir beigepflichtet hätte, kein Slogan des Erbarmens. Alle waren glücklich und hatten, wenn du heute mit dem Finger jene Zufriedenheit in den Menschen deuten würdest, gleichsam postnatale Gesichter. Schweißnasse, errötete Gewinner. Du warst ein Winzling. Du warst sensibel und zerbrechlich wie eine Seifenblase. Du hattest keinen Anteil an dem Glück, dass unmittelbar um dich herum wahrhaftig wurde. Es schien keine Notiz von dir zu nehmen, denn vielleicht hast du einfach viel zu viel geschrien. Sinusförmig, wie ferne Sirenen, am Rande einer Katastrophe, in deren Epizentrum sich das Wunder deiner Geburt befindet. Man brachte dich später weg; vom G-l-ü-c-k. Man lies dich alleine, in einem transparenten sargähnlichen Kasten, in dem du tagein tagaus auf die Revision dessen gewartet hast, was diesseits als das Wunder der Natur bezeichnet wird.

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